Woher weiß ich, ob ich eine Schuppenflechte habe?

schuppenflechte (psoriasis)
Ärztin Sophia Neisinger zu Schuppenflechte

Rote Flecken auf der Haut sind ein verbreitetes Hautsymptom. Die Ursachen dafür sind vielfältig und reichen von einfachen Hautirritationen über allergische Reaktionen bis hin zu Infektionen. Oftmals können diese Flecken auch auf Hauterkrankungen wie eine Schuppenflechte (Fachbegriff: Psoriasis) hindeuten, die durch rote, schuppige Hautstellen charakterisiert ist.

Während viele rote Flecken harmlos sind und oft ohne Behandlung wieder verschwinden, ist es dennoch ratsam, bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Symptomen ärztlichen Rat einzuholen. Frühzeitige medizinische Einschätzung und Behandlung sind wichtig, um potenziell ernsthafte Gesundheitsprobleme auszuschließen und rechtzeitig zu behandeln.

Doch wie können Sie nun feststellen, ob Sie an der Erkrankung Psoriasis leiden? In diesem Blogpost erfahren Sie, ob Ihre Hautsymptome auf die Erkrankung der Schuppenflechte hindeuten und die notwendigen Schritte zur Diagnose.

Was ist Psoriasis?

Psoriasis, auch als Schuppenflechte bekannt, ist eine entzündliche Hauterkrankung, die durch gerötete, schuppige und manchmal juckende Hautstellen gekennzeichnet ist. Die Erkrankung betrifft in Deutschland etwa 2-3% der Bevölkerung und kann in verschiedenen Schweregraden auftreten, von leichten bis hin zu schweren Fällen, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann.

Die Symptome der Psoriasis können von Person zu Person variieren, meistens treten die charakteristischen roten Flecken mit silbernen Schuppen jedoch an den Ellbogen, Knien, der Kopfhaut und dem unteren Rücken auf. Typischerweise verläuft die Erkrankung in Schüben, wobei sich die Hautläsionen über Tage bis Wochen hinweg bilden und dann wieder abklingen. Die Dauer und Intensität der Schübe sowie die Zeiträume, in denen sich die Symptome verbessern, variieren jedoch von Person zu Person. Psoriasis ist eine chronische Erkrankung, und obwohl es derzeit noch keine Heilung dafür gibt, stehen den Betroffenen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Die geeignete Behandlung und Unterstützung von Psoriasispatienten ist entscheidend, um die Lebensqualität zu erhöhen und mögliche Komplikationen zu verhindern.

Symptome der Schuppenflechte

Die Beschwerden können von Person zu Person variieren, und auch die Schwere der Erkrankung ist individuell verschieden.

Das häufigste Symptom von Psoriasis sind rote Läsionen der Haut, die mit silbernen Schuppen bedeckt sind. Diese treten meist an den Ellbogen, Knien, der Kopfhaut und dem unteren Rücken auf, können aber auch an anderen Stellen des Körpers vorkommen. Die silbrig-weißen Schuppen auf den betroffenen Hautstellen sind dabei charakteristisch für die Erkrankung.

Diese entstehen aufgrund einer übermäßig schnellen Erneuerung der Hautzellen. Während sich Hautzellen normalerweise etwa alle 28 Tage erneuern, geschieht dies bei Psoriasispatienten bereits alle 3 bis 4 Tage. Dadurch kommt es zu einem Überschuss an verhornten Zellen, die sich an der Hautoberfläche ansammeln und die charakteristischen Schuppen bilden.

Eine häufige Begleiterscheinung von Psoriasis ist starker Juckreiz an den betroffenen Stellen. Der Juckreiz und das ebenso häufige Gefühl von Unwohlsein im eigenen Körper wird von Betroffenen als besonders belastend wahrgenommen.

Arten von Schuppenflechte

Psoriasis tritt in verschiedenen Formen auf, jeweils mit eigenen charakteristischen Merkmalen und Behandlungsmöglichkeiten.

Die häufigste Form der Schuppenflechte ist die Plaque-Psoriasis, auch bekannt als Psoriasis Vulgaris. Etwa 80% der Psoriasispatienten sind von dieser Art der Erkrankung betroffen. Die Psoriasis Vulgaris zeichnet sich durch erhabene, rote Hautstellen mit silbrigen Schuppen aus. In einigen Fällen können die Plaques jucken, schmerzhaft sein, aufreißen und bluten.

Eine andere Form der Psoriasis ist die Psoriasis guttata, die kleinere, runde gerötete Flecken auf der Haut zeigt. Diese Art der Psoriasis wird oft durch eine bakterielle Infektion, wie Streptokokkenangina ausgelöst und tritt am häufigsten bei Kindern und jungen Erwachsenen auf.

Die Psoriasis inversa ist eine weitere Form der Psoriasis, die die Haut in Bereichen betrifft, in denen sie sich faltet, wie in den Achselhöhlen, der Leistengegend und unter den Brüsten. Diese Art von Psoriasis zeigt sich als glatte, rote Hautläsionen, die sehr schmerzhaft sein können und durch Reibung und Schwitzen verschlimmern werden können.

Die Psoriasis pustulosa ist eine seltene Form der Psoriasis, die eitergefüllte Blasen auf der Haut verursacht. Diese Blasen können sehr schmerzhaft sein und von Fieber, Schüttelfrost und Müdigkeit begleitet werden.

Zuletzt ist die Psoriasis erythrodermica eine besonders schwere Form, die den gesamten Körper mit einem roten, schälenden Ausschlag überziehen kann. Diese Art von Psoriasis kann lebensbedrohlich sein und erfordert sofortige medizinische Behandlung.

Begleiterkrankungen

Bei schweren Verlaufsformen der Schuppenflechte kann sich die Erkrankung auch auf Nägel und Gelenke auswirken. Diese Erscheinungen sind Anzeichen dafür, dass sich die Entzündung, die mit Psoriasis einhergeht, im Körper weit verbreitet und verstärkt hat. Die Schuppenflechte betrifft dann nicht mehr nur die Haut, sondern auch andere Teile des Körpers, was als Nagelpsoriasis und Psoriasisarthritis bekannt ist.

Nagelveränderungen bei Psoriasis können sich als Dellen, gelbliche Verfärbungen und Nagelablösungen zeigen. Im schlimmsten Fall kann es zum vollständigen Verlust des Nagels kommen, was die Funktion von Fingern und Zehen beeinträchtigen kann.

Es ist wichtig zu beachten, dass schwere Schuppenflechte nicht nur eine körperliche, sondern auch eine psychische Belastung darstellen. Die sichtbaren Symptome können zu einer erheblichen psychischen Belastung führen und das Selbstwertgefühl der Patienten beeinträchtigen. Daher ist es entscheidend, dass Patienten mit schweren Formen der Psoriasis eine umfassende Behandlung erhalten, die auch die psychologischen Aspekte berücksichtigt.

Die Forschung im Bereich der Schuppenflechte hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht, und es gibt ständig neue Entwicklungen in Bezug auf Therapien und Medikamente. Dennoch bleibt die Behandlung schwerer Formen der Schuppenflechte eine Herausforderung.

Ursachen für Psoriasis

Die genaue Ursache von Psoriasis ist derzeit noch nicht vollständig verstanden. Es ist allerdings bekannt, dass sowohl genetische Faktoren, als auch Umweltfaktoren eine Rolle bei der Krankheitsentstehung spielen. Psoriasis ist jedoch nicht übertragbar, daher besteht keine Gefahr, andere Personen durch direkten Kontakt anzustecken.

Eine genetische Veranlagung kann das Risiko für Psoriasis erhöhen: Menschen mit nahen Verwandten, die an Psoriasis leiden, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, selbst zu erkranken. Wenn also Ihre Mutter oder Ihr Vater Psoriasis haben, sollten Sie besonders aufmerksam auf mögliche Symptome achten.

Allerdings führt eine genetische Veranlagung nicht automatisch zum Ausbruch der Psoriasis. Verschiedene externe Faktoren wie Rauchen, Stress und bestimmte Medikamente sind ebenfalls Auslöser. Zu den häufigsten Faktoren zählen außerdem Infektionen, Klimaveränderungen, hormonelle Veränderungen und Verletzungen.

Psoriasis ist allerdings keine unvermeidbare Erkrankung. Eine gesunde Lebensführung, die regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und effektives Stressmanagement beinhaltet, kann dazu beitragen, das Risiko eines Ausbruchs der Psoriasis bei genetisch vorbelasteten Personen zu verringern.

Diagnose der Psoriasis

Die Diagnostik bei der Psoriasis umfasst in der Regel zu Beginn ein Gespräch über die aktuellen Beschwerden und die medizinische Vorgeschichte. Dies kann helfen, mögliche Auslöser oder beitragende Faktoren für den Zustand herauszufinden, wie etwa Familiengeschichte, Medikamente oder andere medizinische Bedingungen.

Danach erfolgt eine Untersuchung der betroffenen Hautstellen. In den meisten Fällen ist Psoriasis eine Blickdiagnose. Das bedeutet, dass der behandelnde Arzt die Erkrankung aufgrund des Erscheinungsbildes erkennt.

Während der Untersuchung wird der Arzt nach den charakteristischen roten, schuppigen Flecken suchen, die auf Psoriasis hindeuten. Außerdem kann der Dermatologe auch nach Hinweisen auf Infektionen, Allergien oder Entzündungen suchen, die die Hautgesundheit ebenfalls beeinträchtigen könnten.

In manchen Fällen kann eine Hautbiopsie erforderlich sein, um die Diagnose zu bestätigen. Während einer Biopsie wird eine kleine Probe der betroffenen Haut entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Das kann dabei helfen, andere Hauterkrankungen auszuschließen und eine definitive Diagnose der Psoriasis zu stellen.

Sobald die Diagnose Schuppenflechte bestätigt wurde, kann die Therapie auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten werden. Die Behandlung von Psoriasis kann eine topische Therapie in Form von lokale Cremes oder Salben, eine systemische Therapie in Form von oralen Medikamenten und Lichttherapie zur Linderung der Symptome der Erkrankung umfassen. Es ist wichtig, dass Psoriasispatienten eng mit einem Dermatologen zusammenarbeiten, um den effektivsten Behandlungsplan für ihre spezifische Psoriasisart und Symptome zu finden.

External Link: Psoriasis Leitlinie

Da es sich bei Psoriasis um eine chronische Erkrankung handelt, ist eine geeignete Behandlung und die richtige Pflege wichtig, um die Symptome zu verbessern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

Mehr zu den Behandlungsmöglichkeiten der Psoriasis erfährst du in diesem Artikel: Behandlungsmöglichkeiten der Psoriasis (Internal Link)

Fazit Psoriasis Erkennung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Psoriasis eine komplexe und vielschichtige Erkrankung ist, die weit mehr als nur die Haut betrifft. Wenn die beschriebenen Symptome also auf Sie zutreffen, sollten Sie einen Dermatologen konsultieren. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um die Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

Herzliche Grüße
Eure Sophia

 

Autorin: Sophia Neisinger

  • Ärztin am Institut für Allergieforschung der Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Ärztin im HelloProfessor Kurs zu Psoriasis mit Prof. Dr. med. Michael P. Schön

 

 

Quellenangaben:
Zuberbier et al. Deutsche S3-Leitlinie zur Klassifikation, Diagnostik und Therapie der Urtikaria, adaptiert von der internationalen S3-Leitlinie, 2022.

AWMF-Leitlinienregister (013-028).

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